Ökofarm in Wan nach japanischem Arzt benannt

Dünya Karakuş gründete in der nordkurdischen Stadt Wan im Landkreis Ertemêtan (Edremit) einen Naturpark mit einem ökologischen Landwirtschaftsbetrieb, den sie nach Atsushi Miyazaki benannte.

06 Aralık 2017 Çarşamba | Deutsch

Dünya Karakuş gründete in der nordkurdischen Stadt Wan im Landkreis Ertemêtan (Edremit) einen Naturpark mit einem ökologischen Landwirtschaftsbetrieb, den sie nach Atsushi Miyazaki benannte.


Dünya Karakuş gründete in der nordkurdischen Stadt Wan im Landkreis Ertemêtan (Edremit) einen Naturpark mit einem ökologischen Landwirtschaftsbetrieb, den sie nach Atsushi Miyazaki benannte. Der japanische Arzt kam bei dem verheerenden Erdbeben 2011 in Wan ums Leben.

Dünya Karakuş, die eine Ausbildung zur Landwirtin absolviert hat, finanzierte die Ökofarm mit eigenen Mitteln. In dem Betrieb, der sich auf einem Gebiet von 50 Hektar natürlichem Lebensraum ausstreckt, befinden sich Gewächshäuser, Kühlhäuser und ein Bauernhof.

Der Naturpark wurde nach dem japanischen Arzt Atsushi Miyazaki benannt. Miyazaki kam 2011 bei dem Erdbeben in Wan ums Leben. Er befand sich im eingestürzten Hotel Bayram.


Ich träumte immer davon, einen Bauernhof zu gründen

Frau Karakuş erwähnt, dass sie schon immer davon geträumt habe, einen Bauernhof zu gründen. Morgens, mit der traditionellen Pluderhose Şalvar gekleidet, baut sie Zäune, ein anderes Mal streicht sie. Die Phasen der Gründung des Betriebes erklärt sie mit folgenden Worten: „Ich bin gelernte Landwirtin und arbeitete bereits in mehreren Dörfern als landwirtschaftliche Beraterin. Gemeinsam mit einer Familie, die hier bereits seit Jahren Landwirtschaft betreibt, haben wir uns entschlossen, diesen Betrieb zu gründen. Den fruchtbaren Boden von Wan kannte ich bereits. Als ich dann auch Zeugin der Arbeiten von Menschen wurde, die auf den Dörfern leben, wusste ich, was ich machen wollte.

Ich kenne eine alteingediente Familie aus diesem Dorf, die sich auf diesem Gebiet außerordentlich gut bewährt hat. Vier Jahre habe ich mit ihnen gearbeitet. Als sich meine Tätigkeit als landwirtschaftliche Beraterin dem Ende neigte, wollte ich meinen eigenen Betrieb gründen. Mit dem Bau des Hofes haben wir dieses Jahr begonnen. Im kommenden Frühjahr werden wir mit der aktiven Produktion beginnen.“ 


Mein Fleiß wurde in dieser Erde verewigt

Das Ziel von Frau Karakuş ist, alle Produkte der Ökofarm nach den Kriterien der ökologischen Landwirtschaft zu produzieren. „Hier werden Milch, Eier, Fleisch, Gemüse und Pilze produziert. Die, die auf den Hof kommen, sollten alles hier bekommen können, was sie benötigen,“ so die Landwirtin. Institutionelle Hilfe bei der Gründung des Landwirtschaftsbetriebes habe sie nicht erhalten. „In den Steinen, in der Erde, überall auf dem Hof hat sich mein Fleiß verewigt. Über Monate habe ich all die Arbeiten ausgeführt, über die sie sagten, Frauen könnten sie nicht leisten. Ich habe mit einer Schaufel gearbeitet und sogar die Zäune rund um den Betrieb gestrichen.“


Frauen und Erde sind gleichermaßen fruchttragend

Dass sie den Naturpark nach dem japanischen Arzt Atsushi Miyazaki benannte, erklärt Frau Karakuş so: „Ich denke, dass der Name Miyazaki in der Erinnerung der Menschen von Wan weiterleben sollte.“ Sie habe Nachforschungen über das Leben Miyazakis angestellt und bewundere seinen Kampf für Menschen.

„Ich glaube daran, dass Frauen in allen Bereichen erfolgreich sind. Mit diesem Bewusstsein habe ich diese Arbeit begonnen. Ich möchte, dass auf dem Hof der Fleiß von Frauen zum Ausdruck kommt. Deshalb werde ich Frauen den Vorzug geben, hier zu arbeiten. Der Hof wird bezeugen können, welch schöne Dinge Frauen gemeinsam mit der Erde vollbringen können.“


Sie werden sagen: Diesen Ort hat eine Frau erschaffen

Bis Anfang Frühling seien alle für den Betrieb erforderlichen technischen Arbeiten durchgeführt. Frau Karakuş wird dann sowohl die Betreiberin als auch Produzentin auf dem Hof sein: „Überall auf dem Land werden wir Blumen pflanzen. Es wird Gewächshäuser geben, in denen alle Sorten von Gemüse wachsen werden. Die Menschen verlassen den fruchtbaren Boden und wandern in die Stadt aus. Ich möchte, dass dieses Dorf ein Herstellungsgebiet wird und die Menschen ihr Land nicht verlassen. Das wichtigste aber ist, dass dieser Hof ein rein ökologischer Landwirtschaftsbetrieb wird. Menschen, die unseren Betrieb aus der Ferne sehen, werden sagen können ‚Diesen Ort hat eine Frau erschaffen‘.“

Quelle: ANF/MA


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